Beschwerdeschreiben an den Berliner Senat
Das Schreiben wurde am 30.08.06 dem Berliner-Senat zugestellt. Alle, die sich in die Liste eingetragen haben, halten wir auf dem Laufenden.


An das
Presse- und Informationsamt des Landes Berlin
-Michael Donnermeyer
Berliner Rathaus

 10871 Berlin

 

Betr.: Beschwerde /Ihr Bildangebot von Berlin Motiven

Sehr geehrter Herr Donnermeyer,

als  Berliner Fotografen fordern wir von Ihnen die sofortige Einstellung bzw. Umstrukturierung Ihres Bildangebotes von Berlin Motiven, welches unter Ihrer Verantwortlichkeit im Internet unter der URL: www.berlin.de/berlinbilder/index/index.html zu finden ist.

 Ihr Bildangebot sehen wir als Einmischung in die freie Marktwirtschaft und ist vorwiegend die Ursache dafür, dass der Markt für Berlin-Bilder für uns als Fotografen und für Bildagenturen, die unser Fotomaterial vertreten, völlig zusammengebrochen ist.

Aus vielen Gesprächen mit Werbeagenturen und Medienschaffenden, welche zu unserem Kundenkreis zählen, ist uns bekannt geworden, dass Ihr Bildgebot hauptsächlich als völlig kostenloses Bildangebot verstanden wird, selbst wenn die Bilder kommerziell eingesetzt werden. Ihre Bildmotive laufen bei den Agenturen „hoch und runter“, eine Lizenzierung der Bilder zu marktüblichen Preisen für eine kommerzielle Nutzung wird fast nie vorgenommen.

Die Struktur Ihrer Internetseite lädt geradezu zum Missbrauch der Bilder ein. Ihre Bilder können sofort und ohne eine vorherige Registrierung und Überprüfung der Verwender herunter geladen werden. Die Nutzungsbedingungen, die keinerlei Akzeptierung erfordern, bestehen lediglich aus einem „Dreizeiler“. Die Herausgabe des Bildmaterials erfolgt in Selbstbedienung völlig unkontrolliert. Ob ein Verwender nach einem erfolgten Download eine kommerzielle Nutzung bekannt gibt, bleibt ihm überlassen. Eine Kontrolle ist nicht möglich.

Daraus resultiert für uns ein völliger Einbruch des Bildermarktes sowie ein dramatischer Preisverfall der Lizenzgebühren. Dies können wir nicht länger hinnehmen.

 Bilder sind ein Wirtschaftsgut wie jedes andere. Es ist nicht einzusehen, dass der Berliner Senat dieses Wirtschaftsgut, von dem wir als Fotografen leben, dem Markt kostenlos zur Verfügung stellt bzw. dem Missbrauch von Bildmaterial Tür und Tor öffnet.

Hier sehen wir eine elementare Einmischung in die Marktwirtschaft. Sie nehmen dadurch vielen Fotografen die Existenzgrundlage und richten erheblichen wirtschaftlichen Schaden an. Der Senat sollte gerade in einer Stadt mit nahezu 20% Arbeitslosigkeit alles dafür tun, dass die Bürger Arbeit und Einkommen haben. Mit Ihrem Bildangebot fördern Sie geradezu Einkommensverlust und Erwerbslosigkeit. Wir möchten Ihnen mit Ihrem Bildangebot jedoch keinen bösen Willen unterstellen und gehen davon aus, dass hier einfach von Seiten des Senates nicht richtig nachgedacht wurde.

 Aus diesem Grund fordern wir von Ihnen eine Umstrukturierung Ihres Angebots wie folgt:

 

  • Reduzierung des Bildangebotes um mindestens 70 %
  • Einschränkung der Downloadgrößen bei 300 DPI auf maximal DIN A6
  • kein Download ohne vorherige Registrierung des Verwenders
  • Verwender müssen die exakte Nutzung des Bildmaterials vor Erhalt der Bildmotive bekannt geben, um eine kostenlose kommerzielle Nutzung auszuschließen. Ein elektronisches Formular für Anfragen ist diesbezüglich bereitzustellen.
  • Downloadfreigabe erst nach Überprüfung der Bildverwender und deren Bildnutzung
  • Ausarbeitung von detaillierten  Nutzungsbedingungen aus denen u.a. klar hervorgeht, was eine kommerzielle Nutzung ist
  • Bildverwender müssen bei der Registrierung bestätigen, dass sie die Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiert haben
  • Bekanntgabe der Preiskalkulation und der Lizenzgebühren für den kommerziellen Einsatz des Bildmaterial
  • Anlegen eines offenen Linkverzeichnisses für weitere Berlin Fotografen und Bildagenturen

 

Sollten Sie diese Kontrollmechanismen nicht anlegen oder managen können, würden wir Ihnen empfehlen, sich als Partner eine professionelle Bildagentur zu suchen oder die Internetseite ganz einzustellen. Unser Vorschlag wäre dann, die Seite durch eine Linkliste zu ersetzen, in der Anbieter von Berlin-Fotos bekannt gegeben werden. Eine solche Liste können wir Ihnen gerne zusammenstellen. Auch möchten wir darauf drängen, bis zu einer möglichen Umstrukturierung, die Internetseite zu schließen.

Eine Kopie dieses Schreibens geht gleichfalls an den Regierenden Bürgermeister Herrn Wowereit, dem das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin direkt unterstellt ist.

Für eine Kontaktaufnahme wenden Sie sich bitte an mich als Beschwerdeführer.

Mit freundlichen Grüßen

Helmut Baar
Beschwerdeführer / united-photographers.com

Anlagen: Liste von betroffenen Fotografen

 

Fotografen und Bildagenturen, die sich betroffen fühlen, werden gebeten diese Protestnote mit ihrer Unterschrift bzw. mit ihrem Namen zu unterstützen. Diesbezüglich bitte eine E-Mail mit Namen und Kontaktdaten (Adresse, Telefon und E-Mail) an folgende Adresse senden. info@united-photographers.com.

Die Namen werden dann dem Schreiben als Liste beigelegt.

Das Schreiben wurde am 30.08.06 dem Berliner-Senat zugestellt. Alle, die sich eingetragen haben, halten wir auf dem Laufenden.

Fotografen suchen: www.united-photographers.com